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Aktuell

als wir verschwanden. vier videoarbeiten​
29.08.2020 - 22.11.2020

Zukünftige Generationen werden uns nicht verzeihen. Ihr Urteil wird einstimmig und ihre Haltung unversöhnlich sein. Sie werden keine ruhmreichen Geschichten von der Eroberung des Mondes oder dem Siegeszug des Internets erzählen. Sie werden zurückblicken und Rohstoffausbeutung, Flüchtlingskrisen, Wertvernichtung oder den Klimawandel sehen. In der Ausstellung Als wir verschwanden versetzen wir uns in die Perspektive unserer Nachkommen und betrachten die Gegenwart mit den Augen unserer künftigen Kinder. Die Videos demaskieren uns im Blick derer, die wir ignoriert haben. Sie sind Bruchstücke unseres Vermächtnisses.

Das Video In the Land of Drought von Julian Rosefeldt ist eine filmische Interpretation von Joseph Haydns Die Schöpfung und zeigt uns ein Zeitalter des Post-Anthropozän. Im Video folgen wir einer Gruppe von Wissenschaftlern, welche den archäologischen Funden einer Zivilisation nachspürt, die sich selbst begraben hat. SUPERFLEX zeigt im Video Kwassa Kwassa die Konstruktion eines Fiberglasbootes, das zur Beförderung von Migranten zwischen Inseln im indischen Ozean verwendet wird. Die angedeutete Überfahrt offenbart, wie nationale Machtinteressen die Sehnsucht nach einer sicheren Existenz verschlingen. Eine Insel, die dabei als Fluchtziel dient, ist ein Übersee-Departement Frankreichs und somit Teil von Europa. Im Video The Roots of Violence – San Giorgio von Yuri Ancarani lenken uns die Bildsequenzen an verborgene Orte von Finanzinstituten. Die Zerstörung von sensiblen Dokumenten wird zum Sinnbild für eine substanzlose Finanzwirtschaft, auf der unsere globale Ökonomie gründet. Irma to come in Earnest von Julius von Bismarck führt uns mitten in den Sturm Irma, der 2017 über die Karibik raste. Wir sehen im Video überflutete Siedlungen und vom Sturm erdrückte Palmen. Die Urgewalt des Hurrikans übersetzt der Künstler in stark verlangsamte, eigentümlich schöne Bilder. Dabei entsteht die Erkenntnis, dass wir Menschen zur grössten zerstörerischer Triebkraft ökologischer Prozesse geworden sind.


Programm:
29.08. – 20.09.: Julian Rosefeldt, In the Land of Drought, 2015 /17
22.09. – 11.10.: SUPERFLEX, Kwassa Kwassa, 2015
13.10. – 01.11.: Yuri Ancarani, The Roots of Violence – San Giorgio, 2019/ 20
03.11. – 22.11.: Julius von Bismarck, Irma to come in Earnest, 2017


Bündner Kunstmuseum Bahnhofstrasse 35 CH-7000Chur T +41 81 257 28 70 . info@bkm.gr.ch
Di-So 10.00 – 17.00 Do 10.00 – 20.00